Was kann Storify? Eine Liste mit 8 Storify-Typen

written by ska on Januar 21, 2012 in Social Web and Tools with 16 comments

Storify gehört zu den Online-Werkzeugen, die im vergangenen Jahr in Redaktionen deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Mit Storify lassen sich Inhalte aus sozialen Netzwerken wie zum Beispiel You Tube, Twitter, Facebook und Twitter sammeln, neu zusammenstellen und ansprechend präsentieren – kurz gesagt: Der Journalist wird zum Kurator.

Storifys können redaktionelle Beiträge mit wertvollen Inhalten von außen ergänzen, neue Blickwinkel eröffnen, zurückblicken oder ganz neue Geschichten erzählen. Zeit, das Werkzeug und seine Möglichkeiten einmal genauer zu betrachten.

Eine Anleitung zu Storify gibt es bei Konrad Weber im Blog und  in dieser Guided Tour von Storify. Hier sei auch kurz darauf hingewiesen, dass es weitere Kuratier-Tools gibt.

Hier außerdem eine Kurz-Präsentation von mir zu Storify:

Storify: Storytelling mit Social Media from Sonja Kaute

Sortierung und Präsentation der Inhalte

Inhalte können in Storify streng chronologisch (etwa in Form eines Rückblicks) oder nach Themen (etwa für eine Präsentation) sortiert werden. Zwischen den Bausteinen aus dem sozialen Netz kann moderierender Text hinzugefügt werden. In den meisten Fällen ist dies angebracht, um die Orientierung zu erleichtern und den Zusammenhang der einzelnen Bausteine herzustellen.

Storifys können schnell sehr lang werden. Wenn multimediale Inhalte wie Videos eingebunden sind, benötigen sie viel Ladezeit. Außerdem sieht ein sehr langes Storify oft nicht sehr schön aus. Eine Lösung könnte sein, ein Storify als Slideshow einzubetten. Das geht seit August 2011, auch mit allen bis dahin angefertigten Storifys. Storify ist allerdings Beta und das Einbinden als Slideshow ist etwas kompliziert: Jedes Element wird als eigene „Seite“ angezeigt, auch moderierender Text etc. (s. CARTA für ein Beispiel). Das kann verwirrend sein. Bei 10.000 Words sind drei Arten gelistet, Storify als Slideshow zu nutzen.

Inhalte für Storifys lassen sich, soweit es sie bereits gibt, einfach einsammeln und zusammenstellen. Alternativ können sie aber auch abgefragt werden. Letzteres entspricht dem Crowdsourcing, also dem gezielten Einholen von redaktionell verwertbaren Inhalten von den Nutzern.

Für welche Art von Inhalten und Beiträgen eignet sich Storify? 

Ich kenne Storifys vor allem als Tool, mit dem sich Meinungen und Reaktionen präsentieren lassen. Doch Storify bietet mehr. Eine Typisierung (einzelne Storifys können in mehrere Kategorien passen):

1. Storify als Rückblick oder Zusammenfassung

Ein rückblickendes Storify fasst Ereignisse zusammen, bietet Hintergrund-Informationen zu Nachrichtenthemen oder stellt ein Ereignis in einer Übersicht chronologisch dar.

Beispiele:

2. Frage-Antwort-Storify

Es wird eine Frage gestellt,  die (besten) Antworten werden als Storify präsentiert. Hier werden die Inhalte also gezielt (von der Redaktion) eingeholt.

Beispiele:

3. Storify zu Breaking News

Diese Form von Storify wird sehr häufig genutzt, um (Reaktionen auf) Breaking News darzustellen. Ein Grund dafür ist sicher, dass Twitter die aktuellste und im Ernstfall manchmal für lange Zeit einzige Informationsquelle ist.

Beispiele:

4. Storify als Präsentation

Storify kann auch genutzt werden, um Inhalte für eine Präsentation zu sammeln.

Beispiele:

5. Reporter-Storify

Storify ist auch als Reporter-Tool einsetzbar. So werden beispielsweise von einem Reporter getwitterte Informationen gesammelt dargestellt und Nicht-Twitterern zugänglich gemacht. Es gibt also nur eine Quelle.

Beispiel:

6. Geo-Storify

Da man bei Storify auch nach Inhalten aus bestimmten Orten suchen kann, lassen sich geobasierte Storifys erstellen. Im Storify-Blog gibt es dazu ein Tutorial. Gut zu wissen: In ein Storify lassen sich auch Google Maps einbetten.

Beispiele:

7. Vergleichs- oder Unterhaltungs-Storify

Mit Storify lassen sich beispielsweise Tweets zu einem Thema aus verschiedenen Quellen gegenüberstellen. Denkbar wäre auch die Darstellung einer Unterhaltung, Diskussion oder eines Interviews zum Beispiel bei Twitter.

Beispiele:

8. Storify als Ranking

Bei Storify lassen sich auch Rankings darstellen, etwa die besten Tweets oder Medienberichte zu einem bestimmten Thema.

Beispiele:

Achtung Es gibt unter Umständen urheberrechtliche Bedenken bei der Nutzung von Storify. Mehr Informationen zur Diskussion finden sich in den Folien der obigen Slideshare-Präsentation von mir.

Wer Hinweise auf weitere Storifys hat und diese Liste ergänzen möchte: Nur zu! :)