#ccb15 – Warum das Community Camp Berlin ein Pflichttermin ist

Den Algorithmus von Facebook austricksen. Wissen, welche Inhalte warum geteilt werden. Den optimalen Post verfassen. Die neuesten Rechtsfragen – und -antworten – kennen. Diskutieren, wie sich Facebook entwickeln wird. Neue Tools kennen lernen. Hetze in Kommentaren moderieren – oder löschen? Das Community Camp in Berlin hatte diese und so viele mehr spannende Themen zu bieten, dass man die selben Sessions noch ein weiteres Wochenende anbieten könnte und ich noch immer keine auslassen wollen würde.

FreundebuchIch meine das ganz ernst: Für mich gibt es kein Barcamp, von dem ich so viel Wissen und Tipps mitnehme, wie vom Community Camp. Das war im vergangenen Jahr so und hat sich dieses Jahr noch einmal gesteigert. Gerade weil es ein fachlich fokussiertes Barcamp ist, versammeln sich dort jedes Jahr mehrere hundert Social Media Manager und Community Manager aus ganz Deutschland und diskutieren ihre Themen.

Wo sind die Journalisten?

Leider habe ich mich auch bei diesem Barcamp wieder gefragt, wo die Journalisten stecken? Die ganze Branche diskutiert über die Einbindung der Leser. Wir wissen, dass wir unseren jahrzehntelang verschlossenen Elfenbeinturm verlassen müssen. Viele haben es längst getan, manche verharren noch an ihrem alten Platz. Wie kann es sein, dass Journalisten sich zwar gerne auf klassischen Konferenzen “beschallen” lassen, es aber selten schaffen, sich selbst einzubringen in ein interaktives, soziales Format wie ein Barcamp? Es ist mir ein Rätsel. Ihr verpasst was. (Aber das sage ich schon seit über zwei Jahren.)

Immerhin, eine handvoll Journalisten war da. Darunter mein Kollege und ich, Stanley Vitte von Lokalkompass.de, Michael Unterberger (Funke Digital) und Peter von der Kronen Zeitung in Österreich. Und wir alle hatten – wie vermutlich alle Medienmenschen, die in Deutschland mit der Community in Kontakt stehen – die Hetze im Kopf, mit der wir in den Kommentaren täglich konfrontiert sind. Deswegen hielten wir gleich zwei Sessions zur Hetze in Kommentarform.

Elemente von Hate Speech
Stanley Vitte in seiner Hate-Speech-Session

Ist das deine freie Meinung oder hetzt du schon?

Dieses Thema beschäftigt mich derzeit sehr, geht mir nahe, regt mich auf und verursacht in meinem Kopf ungefähr drölfhundert Fragen. Deshalb wollte ich das Thema diskutieren, diese Fragen stellen und einen Ausschnitt aus dem zeigen, was wir uns täglich durchlesen müssen. Es macht manchmal keinen Spaß mehr.

Auf Grundlage dieser Folien entstand während unserer Session eine erfreulich bewegte, konstruktive Diskussion. Dafür bedanke ich mich bei den Beteiligten – wir haben erste Anregungen daraus bereits im Team umgesetzt und werden weitere Aspekte diskutieren. Außerdem hoffe ich, dass sich die dort entstandenen Kontakte (Hallo, Heike! ;) ) auch außerhalb Berlins fortsetzen. Wenn ein Barcamp das bewirken kann, hat sich der Besuch gelohnt.

Facebook, Recht, Tools und Change Management

Er hat sich aber natürlich auch wegen der anderen Sessions gelohnt. Facebook Karma bot mehrere Session an zum Algorithmus von Facebook. Dass es auf Emotionen ankommt (das ist bekannt, aber hier gab es noch einige extra Aspekte für den Hinterkopf), wie sich der Algorithmus vielleicht verändern wird (die steile These mit dem Cat Content wurde zurecht viel diskutiert) und wie folglich der optimale Post aussieht. Zumindest, wenn man die Zielgruppe und die eigenen Ziele außer Acht lässt (*hust*). ;)

Wie schon im vergangenen Jahr super spannend ratterte Rechtsanwalt Thomas Schwenke ein Update in Sachen Recht herunter. Es gibt viel zu lernen und zu wissen.

Durch Oliver Ueberholz hab ich auch nach dem dritten Besuch seiner Session mit über 150 Tools wieder neue Werkzeuge entdeckt, die ich ausprobieren möchte. Und durch Ingo Sauer habe ich jetzt ein konkreteres Bild von Change Management. Seine Folien fand ich erhellend, seine Kommentare dazu erfrischend.

Kurzum: Ich bin ein Fan des Community Camps, ich möchte das zum Pflichttermin machen. Am Sonntag habe ich das Mittagessen ausfallen lassen, weil ich nichts verpassen wollte. Der Austausch ist so dicht und beruht auf so geballter Erfahrung, dass es gut tut. Und Spaß macht’s auch, wie die Bilder gleich hundertfach beweisen. :)

Bis zum nächsten Jahr, liebe Community unter den Communitys! Und ein herzliches Dankeschön an die Sponsoren! Ich freu mich schon auf 2016!

4 Kommentare

  1. Hallo Sonja,
    ich war vor Jahren mal auf einem #ccb. Ja, es war super. Dieses Jahr habe ich exakt davon erfahren, als es losging – weil es mir dann in meinem Twitter-Stream auffiel. Schreiben die Organisatoren im Vorfeld mal Journalisten an, die sie für Meinungsbildner / Multiplikatoren in dem Bereich halten? Gibt es einen Verteiler, in den man sich eintragen kann, damit man im nächsten Jahr informiert wird, wenn man sich anmelden kann? So spontan finde ich auf der Seite derartige Angebote nicht ( https://communitycampberlin.tixxt.com/ ).

    Vielen Dank für die eingebundenen Vorträge – die sehe ich mir auf jeden Fall in Ruhe an!

    1. Hallo Claudia, danke für deinen Kommentar. Wenn man sich bei tixxt (früher mixxt) im Netzwerk anmeldet, kann man sich darüber informieren lassen. Oder du folgst @communitycamp bei Twitter, dem Account des Barcamps. Und bei Facebook gibt es eine Seite dazu. Hilft das? Eine gezielte Einladung von Multiplikatoren findet soweit ich weiß nicht statt.
      Viele Grüße! :)

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