10 Gründe, warum (mehr) Journalisten bei BarCamps mitmachen sollten

Seit sieben Jahren entwickelt sich die BarCamp-Szene in Deutschland stetig weiter. Kein Wunder:

  • Wer seine virtuellen Kontakte auch im echten Leben pflegen und erweitern möchte…
  • Wer sich mit Experten auf dem eigenen oder verwandten Gebieten austauschen möchte…
  • Wer offen für Neues, spontan und lernbereit ist…
  • Wer selbst etwas mitzuteilen hat…
  • Wer dabei obendrein eine Menge Spaß haben möchte…

…ist auf BarCamps bestens aufgehoben.

Neben thematisch offenen BarCamps hat sich inzwischen ein erstaunlich breites Spektrum an ThemenCamps entwickelt – BarCamps, die einen Themenfokus haben und sich zum Beispiel an bestimmte Branchenmitglieder wenden. Längst haben zum Beispiel Touristiker und Werbende vieler Branchen BarCamps als spannendes Format entdeckt.

→ Liste von Jan Theofel mit BarCamps in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Doch wo sind die Journalisten?

Journalisten allerdings sind auch sieben Jahre nach dem ersten deutschen BarCamp noch immer selten auf den so genannten Un-Konferenzen anzutreffen. Dabei bieten BarCamps gerade auch für Journalisten eine ganze Reihe an potenziellen Chancen. Es lohnt sich, diese einmal genauer zu betrachten.

Kurz: Was ist ein BarCamp?

Was ist überhaupt ein BarCamp? Eine ganz kurze Einführung gibt Jan Theofel, BarCamp-Organisator, in diesem Video:

Etwas ausführlicher erklären Reto Kiefer, Matthias Thürling, Felix Rieseberg und Stefan Evertz in einem weiteren Video, “was Sie schon immer über BarCamps wissen wollten”. Weitere Informationen zum Thema BarCamp gibt es bei Wikipedia und zum Beispiel in diesem BarCamp-Wiki.

10 Gründe, warum (mehr) Journalisten bei BarCamps mitmachen sollten

BarCamps-und-Journalisten
Erstellt mit Wordle (http://www.wordle.net/)

Zusammen mit Carolin Neumann und Christian de Vries – beide ebenfalls Journalisten und BarCamper – habe ich überlegt, wie Journalisten von BarCamps profitieren können. Herausgekommen ist dabei folgende, erweiterbare Liste mit Chancen und Vorteilen:

  1. Bei BarCamps können sich Journalisten mit Experten austauschen, von deren Fachwissen sie im Berufsalltag profitieren können. Dazu gehören zum Beispiel Programmierer, Grafiker und Community Manager. Welche Redaktion wünscht sich nicht öfter mal Input von externen Fachleuten?
  2. Bei BarCamps können Journalisten neue Online-Tools für die eigene Arbeit entdecken und bekommen Ideen für eigene Entwicklungen.
  3. Bei BarCamps können Journalisten sich Feedback und Anregungen von oft sehr online-affinen Menschen holen. Was wollen Onliner? Wie können Zeitungs-Websites daraufhin optimiert werden? Welche Ideen kommen von BarCampern, auf die wir selbst vielleicht nie gekommen wären? BarCamper sind oft unkonventionelle Macher, Anders- und Neudenker!
  4. Bei BarCamps können Journalisten neue Themen und Blogs entdecken, insbesondere im Bereich Internet, Social Media und Technik oder auf Themencamps auch in ganz anderen Fachbereichen.
  5. Journalisten können auf BarCamps ihr eigenes Fachwissen teilen, zum Beispiel zu den Themen Storytelling, Schreiben, Recherche, Themenfindung, Video und TV – alles Themen. Auch hierdurch können wichtige Kontakte zum Beispiel zu Bloggern entstehen. Freie Journalisten können solche eigenen Sessions für die Eigen-PR nutzen.
  6. Freie Journalisten können sich auf BarCamps mit anderen Selbstständigen über Erfahrungen mit der Selbstständigkeit austauschen.
  7. Journalisten können ihre Kontakte aus dem Web auf BarCamps persönlich kennenlernen, erweitern und vertiefen.
  8. Journalisten können auf einem BarCamp Diskussionen fortsetzen und für neue Beiträge nutzen.
  9. Journalisten können eine BarCamp-Session zu Recherchezwecken nutzen oder Ideen vorstellen und dazu Feedback einholen.
  10. Journalisten können auf BarCamps neue Ansprechpartner und Interviewpartner finden .

 Fazit: Ausprobieren!

Jeder Journalist ist auf ein funktionierendes Netzwerk angewiesen und möchte dieses stetig erweitern. Und jeder Journalist ist auf der Suche nach spannenden Themen und Ansprechpartnern. BarCamps bieten in diesen Bereichen ein enormes Potenzial! Warum also nicht einen ausführlichen Blick in die BarCamp-Liste von Jan Theofel werfen und sich bei einem BarCamp anmelden?

Ich danke Carolin Neumann und Christian de Vries für das Brainstorming!

Ergänzungen und Beispiele willkommen!

Ich suche weitere Beispiele und Chancen von BarCamps für Journalisten und freue mich über Kofmmentare mit eigenen Erfahrungen! Außerdem frage ich mich, ob ein BarCamp Onlinejournalismus funktionieren könnte? Habt ihr dazu eine Meinung? Ab damit in die Kommentare!

11 Kommentare

  1. Beim StreamCamp in Köln am 16. und 17. November werden einige Journalisten aufschlagen und Sessions anbieten, die mit Video-Journalismus, OneShot-Methoden, live gestreamten Nachrichtenfilmen, Jedermann-TV, Einbindung von Zuschauern in Live-Formaten via Hangout on Air oder Fragen einer digitalen Medienordnung zu tun haben. Einige Session-Ideen wurden bereits jetzt artikuliert und werden auf jeden Fall beim Barcamp für Streaming-Technologien angeboten. So werde ich zusammen mit dem früheren WDR-Hörspielchef und Wortspiel-Blogger Wolfgang Schiffer ein Podcasting-Format vorstellen, das über den Audiokanal in Studioqualität via Hangout on Air gesendet wird. Es gibt viele Themen, die Journalisten auf Barcamps anstoßen könnten – wie Crowdfunding, Einsatz von mobilen Geräten, Datenjournalismus und, und, und. Das wird noch viel zu wenig genutzt – da stimme ich Dir zu. Zum StreamCamp siehe auch: http://streamcamp.de/auf-nach-koelle-zum-streamcamp13-am-16-und-17-november/

    1. Ich komme! Klingt sehr geil. Wirklich. Ich habe auch schon unserem social.mediaTeam Bescheid gesagt. Das klingt so als könnte unser Laden das wirklich gebrauchen. Und ich natürlich sowiseo, als Online-Redakteurin. Bin echt gespannt, was dort zu sehen ist.

  2. Danke für diesen hilfreichen Kommentar, Gunnar! Ich hoffe, dass noch mehr Journalisten auf diese Veranstaltung aufmerksam werden und helfe dabei gerne ein wenig. :)

  3. Schöner Beitrag, den sich hoffentlich viele Journalisten zu Herzen nehmen. Ein weiterer Aspekt: Medienmacher und -Multiplikatoren lernen auf Barcamps andere Perspektiven und neue, teils unkonventionelle Meinungen kennen. Denn der “typische” Barcamp-Besucher lebt ja oft in einer Nischenwelt. Journalisten erweitern in diesem Sinne also inhaltlich ihren Horizont.

    1. Ja, ich hoffe auch, dass das Thema BarCamps sich mehr unter Journalisten herumspricht. Und den genannten zusätzlichen Aspekt unterschreibe ich ebenfalls ohne Einschränkung. Danke dafür!

  4. Guter Beitrag!

    Allerdings sind Barcamps in Deutschland älter als sieben Jahre. Das Barcamp Stuttgart findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt, und in Hamburg gab es schon Anfang 2008 das erste Themencamp (WordCamp).

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