Die Schwere los – mein Beitrag zur #Meerparade

written by ska on November 8, 2013 in Tauchen with 8 comments

Johannes Korten von jazzblog.de hat zur #Meerparade aufgerufen, einer Blogparade übers Meer. Da kann ich natürlich nicht widerstehen. Hier meine Liebeserklärung an das Meer und die Schwerelosigkeit, inklusive einiger der besten Meer-Videos, die ich kenne:

 „The Sea, once it casts its spell, holds one in its net of wonder forever.“

So soll es Jacques Cousteau einst gesagt haben. Auf mich zumindest trifft dieser Satz zu. In der sechsten Klasse erzählte ich, ich würde Latein wählen, weil ich Meeresbiologin werden wolle. In Wahrheit war ich verliebt in einen Jungen, der Latein gewählt hatte. Ich lernte Französisch, doch noch heute frage ich mich, ob ich nicht „irgendwas mit Meer“ hätte lernen sollen.

Immerhin: Vor 16 Jahren hörte ich endlich damit auf, das Meer nur von oben zu bewundern. Die Entscheidung, einen Tauchschein zu machen, gehört zu den besten Entscheidungen meines Lebens.

Schwerelos-Tauchen-Meer-Blo

Als Kind habe ich oft vom Fliegen geträumt. Ich war jahrelang im Schwimmverein, machte beim Fliegen in meinen Träumen Schwimmbewegungen. Ich war so fasziniert vom Fliegen, einmal legte ich mich im Flur vor meinem Zimmer mit einer Wolldecke auf den Boden, in der Hoffnung, abzuheben. Heute fliege ich wirklich – mit Schwimmbewegungen. Aber ohne Wolldecke. :-)

„From birth, man carries the weight of gravity on his shoulders. He is bolted to earth. But man has only to sink beneath the surface and he is free.“ (Jacques Cousteau)

Ich werde den Moment, als ich das allererste Mal schwerelos im Meer war, nie vergessen. Es fühlte sich an, als hätte mich das Meer voll und ganz in sich aufgenommen. Es hielt mich weich und sicher zwischen Oberfläche und Grund. Ich flog!

Alle Taucher lieben die Schwerelosigkeit. Sie nimmt buchstäblich die Schwere, aus dem Körper, aus dem Kopf, aus dem Leben. Zumindest für die Zeit, die einem unter Wasser vergönnt ist. Der Körper wird so leicht, ein einziger Atemzug hebt ihn an. Ganz ohne Bewegung. Einatmen. Aufsteigen. Ausatmen. Absinken. Fühle ich mich je ausgeglichener als während dieser Atemzüge im Meer? Und ist Atem nicht ein Synonym für Leben?

„Du spürst die Lebensenergie,
die durch Dich durchfließt,
das Leben wie noch nie in Harmonie und genießt.
Es gibt nichts zu verbessern,
nichts was noch besser wär,
außer Dir im Jetzt und Hier –
und dem Tag am Meer.“ (Die Fantastischen Vier)

Die Schwerelosigkeit wird mich so lange ins Meer locken, wie mein Körper dazu in der Lage ist. Und das wird hoffentlich noch sehr lange sein.

Das Meer bedeutet aber nicht nur Schwerelosigkeit, sondern ein Eintauchen in eine andere Welt. Diese zauberhafte Welt voller Überraschungen und Wunder lässt mich nicht mehr los, ganz so, wie Jaceques Cousteau es wohl auch empfunden haben muss. Ein Besuch in dieser Welt bedeutet, sich fallenlassen, ohne aufzuschlagen. Das, was man hier sieht und erlebt, kann so einnehmend sein, dass man sogar die Schwerelosigkeit vergisst.

Das Meer beruhigt.

Das Meer ist Kraft.

Das Meer fordert uns heraus.

Das Meer macht uns kreativ – und klein.

Manchmal ist das Meer ebenso fasziniert von uns wie wir von ihm.

Und: Alles ist mit dem Meer verbunden. Das Meer ist überall. Auch dort, wo es nicht ist.

Ich wünschte, alle Menschen würden das Meer so sehen. Es braucht unsere Hilfe viel mehr, als uns bewusst ist. Wie wir die Probleme der Meere ignorieren, weil wir sie nicht sehen können, hinterlässt ein Gefühl, das das Gegenteil von Schwerelosigkeit sein muss.

 

Lesenswert sind natürlich auch die anderen Beiträge zur  #Meerparade von Jazzblog.de. Mitmachen kann man noch bis zum 24. November.

Übers Tauchen lasse ich mich mehrmals im Monat ausführlich bei dekopause aus. Und hier bei mir im Blog gibt’s natürlich auch noch weitere Beiträge zum Thema Tauchen