Knuddel-Schweinchen und Glücks-Nüsse: Was steckt drin in Social Media?

Vierunddrölfzig Prozent der Bevölkerung der USA twittern! Achtunddreizigquatrilliarden Menschen sind bei Facebook angemeldet! Sechsunddingzig Web-Nutzer sind mehr als drei Stunden am Tag online! Und zweiundmachzig Prozent der Social Webber nutzen Twitter, Facebook und Blogs sogar mobil! Der helle Wahnsinn, oder? Ich glaube bei aller Begeisterung über solche und ähnliche vielzitierte Zahlen-Haufen, dass sie herzlich wenig über die Bedeutung von Social Media aussagen.

Mitmischen im Facebook-Hype, egal warum

Zugegeben: Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umsehe, dann hat mittlerweile wohl der Großteil der in etwa gleichaltrigen Leute ein Facebook-Profil. Als ich im letzten Jahr 3,5 Monate durch die australische Pampa gereist bin, waren die ìn den Internetcafés zu jeder beliebigen Tageszeit gerade geöffneten Websites mit gefühlt 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit Seiten und Profile auf Facebook.

Aber dann schaut man genauer hin und sieht, dass viele Facebooker nur neugierig und still andere beobachten oder ihr Profil zum Sammeln von Menschen benutzen. Oder sie posten Glücks-Nüsse, Schwachsinns-Cookies, oberpeinliche Party-Fotos und pinke Knuddel-Schweinchen. Und das zum Teil öffentlich – ohne sich dessen bewusst zu sein. Weil sie nicht durch die von Facebook (ich behaupte mal) absichtlich unübersichtlich gehaltenen Privatsphäre-Einstellungen blicken. Weil viele sich null mit dem beschäftigen, was sie da tun.

Anstelle von Auseinandersetzung mit der Materie tritt der Gruppendruck, auch mitzumischen im Facebook-Hype. Warum auch immer, egal. Das betrifft auch viele Unternehmen und darunter erstaunlicher Weise sogar etliche Global Player, wie eine aktuelle Studie zeigt (die Studie ist hier als PDF einsehbar).

“Gefällt mir” klicken, weil man’s kann

Jeder kann natürlich die Welt mit Knuddel-Schweinchen bombardieren, wie er will. Eigentlich ist das etwas, dass das Web 2.0 heute so spannend macht: Man weiß nie, was als nächstes kommt und in dem riesigen Heuhaufen voll mit Knuddel-Schweinchen findet sich so manche goldene Nadel. Niemand muss aktiv teilnehmen. Ich muss mir ja nicht ansehen, was ich doof finde. Ich kann alle Schweinchen- und Keks-Dienste einzeln sperren – was meine Facebook-Timeline erheblich angenehmer macht.

“Facebook-Timeline? Wat?” Jaja, die “Startseite” halt. Hm, unsicheres Schweigen, wenn ich diese im Bekanntenkreis erwähne. Wofür die da sei, hat mal jemand vorsichtig gefragt. Ein anderer, was denn eigentlich der Unterschied sei zwischen “Startseite” und “Profilseite” bei Facebook. Dass man nicht nur wild auf Firmen-, Musik- und Reise-Seiten “gefällt mir” klickt, weil man’s kann, sondern weil man davon eventuell einen Mehrwert hat – “wie jetzt, das geht?” “Wie eine personalisierte News-Seite? Muss ich mal ausprobieren.” Eine Bekannte erzählte mir, sie hätte einen Link eingegeben als Status-Update bei Facebook und dann sei plötzlich dazu ein Bild erschienen und ein kurzer Text und huch! – sie habe ganz schnell das Fenster geschlossen! Journalisten erzählten mir neulich, jaja, klar seien sie bei Facebook. Neulich ein Profil angelegt, aus Neugierde. Jetzt dünkt ihnen so langsam, dass das unter Pseudonym so ganz viel nicht bringt: “Da kriegt man ja kaum Freunde so.”

Bedeutung von Social Media realistisch einschätzen

Ich möchte über diese Dinge und Nutzer nicht schmunzeln und mich schon gar nicht darüber lustig machen. Ich möchte sie ernst nehmen. Damit mein Blick auf Social Media realistisch bleibt, trotz aller Begeisterung über deren Chancen. Und ich möchte mich freuen, wenn ich Freunde und Journalisten treffe, die die Neugierde haben, das alles auszuprobieren. Hoffen, dass sie nicht aufgeben, sondern anfangen, Social Media wirklich für sich zu nutzen.

Was alles drin steckt in Social Media, ist meiner Erfahrung nach “da draußen” noch nicht angekommen, nicht einmal bezogen auf die meist genutzten Plattformen. Weder beim Durchschnitts-Nutzer, noch beim Durchschnitts-Journalisten und nicht einmal bei einigen Global Playern unter den Unternehmen. Das lasse ich mir hundert Mal am Tag durch den Kopf gehen. Immer, wenn ich Studien mit Zahlen-Haufen sehe, immer wenn ich davon beeindruckt bin, immer wenn ich denke, das sei alles längst Mainstream. Es kommt nicht auf “wie viele” an, sondern auf das “wie”. Qualität, nicht Quantität.

Was genau diese Qualität ist, entscheiden weder ich, noch irgendwelche Web- und Social Media-Gurus und auch nicht die sich selbst bestätigende Echo-Kammer im Social Web. Jeder Nutzer entscheidet das für sich, das ist ja gerade Social Media.

Und ich muss deshalb endlich aufhören, mich über Knuddel-Schweinchen aufzuregen. Ein bisschen weniger Aufgeregtheit, auf Pro- und Contra-Seite, das wär mal was.

Facebook game effectsFoto: scott_hampson unter Creative Commons Lizenz

17 Kommentare

  1. Krass – ich oute mich als eine von denen, die dabei sein will, ohne wirklich Ahnung zu haben von dem, was sie da gerade tut bzw. sich nicht umfassend damit auseinandersetzt weil ihr schlicht die Zeit dazu fehlt.
    Ich war selbst in den Hyper-Myspace-Zeiten zu doof dafür, meinen Hintergrund selber zu gestalten. Ich finde, man könnte die Seiten auch einfach mal für Otto-Normalverbraucher schneller / einfacher nutzbar machen!
    Aber ich bin sehr dankbar für die Anregung, die Knuddel-Schweinchen und Glücksnüsse ausschalten zu können; jetzt muss ich nur noch finden – wo…!

  2. Wenn so ein Eintrag auf der Pinnwand erscheint, mit der Maus drüber fahren. Dann erscheint an der rechten Ecke oben am Eintrag ein Kreuzchen oder Verbergen oder sowas. Drauf klicken und dann kann man wählen, ob man die Person oder den Dienst dauerhaft verbergen will. Bei den meisten Personen reicht das Verbergen des Dienstes. ;)

  3. Hi,
    we need to talk :-)
    Here in North America is facebook main stream – a few months ago big corporations started to publish their facebook pages at the end of their TV commercials … because they can reach a bigger/relevant audience on facebook than on their traditional website – are you following a few social media outlets in North America re Social Media?
    There is lots out there …here a few links:
    http://www.facebook.com/mashable.socialmedia
    http://www.facebook.com/marismith
    http://www.facebook.com/ReadWriteWeb
    http://www.facebook.com/smexaminer

    NGO’s are realizing that Social Media is important for their progress in the future – new jobs are being created: in example’Social Media Manager’ and it is fascinating to follow all these developments. It is exciting to be part of this development and to work in this field as well – lots of opportunities!
    I agree with you that many users do not know what they are doing on facebook or other Social Media sites or what they are sharing with facebook and the wider internet community – I give webinars/ presentation on i.e. the privacy settings on facbook and am amazed how little participants know. (You are as private on facebook as your least private facebook friend!) Educating people in the field of Social Media is important so that they realize how helpful/harmful Social Media can be….

    Happy to exchange more thoughts on this ….
    take care
    Raphael

  4. Danke! Danke! Danke!
    Genau die Frage, was in Social Media (sozusagen ist FB ja leider für Viele inzwischen ein Synonym für Social Media) steckt hab ich mir auch schon ein paar Mal gestellt.
    Warum nutzen die Menschen Facebook wie verrückt. Ich habe mich in letzter Zeit auch etwas mehr mit FB beschäftigt, aber eher aus beruflichen Gründen (Potenziale für Unternehmen abschätzen, die sich durch eine FB-Seite ergeben), privat hab ich zwar auch eine Seite, nutze die aber nur recht eingeschränkt, d.h. um mit dem ein oder anderen in Kontakt zu bleiben, aber nicht um aller Welt Einblick in mein Privatleben zu geben (heißt ja nicht umsonst Privatleben :-) ).
    Auch das lustige Freunde-Sammeln find ich echt amüsant. Wie viele Freundschaften kann man denn eigentlich wirklich pflegen? Also sind es wohl eher Bekannte als Freunde, die über FB verlinkt sind. Und will ich denen zeigen, was ich wann mache, gemacht habe oder machen werde? Ich nicht. Und soweit ich weiß, kann man zwischen verschiedenen Freunden (enger Freund, Bekannter) nicht unterscheiden, oder? (Vielleicht kannst Du mir da noch auf die Sprünge helfen..)
    Auf die Glückskekse, Farming Games etc. kann ich eh verzichten, das brauch nicht und dafür möchte ich meine Zeit nicht wirklich verwenden (aber das soll jedem selbst überlassen bleiben).
    Noch ein Punkt: Der “Gefällt-mir” Button. Mag teilweise auch für Privatleute interessant sein, neue Dinge zu entdecken. Aber wirklich spannend ist das doch nur für FB selbst, oder? Wie kann man denn bessere Argumente für Werbung an Unternehmen verkaufen? Irgendwie erinnert mich ziemlich viel an Second Life 2.0 um es einmal etwas zynisch auszudrücken, zumindest was den Hype angeht. FB hat meiner Meinung nach mehr Potenzial, dafür aber auch wesentlich mehr Gefahren für Privatnutzer. Bin aber weiterhin sehr gespannt, wohn sich das Ganze noch entwickelt… Viele Grüße…

  5. @Raphael
    Danke für die Links! Ich kannte manches, aber nicht alles davon. Mashable z.B. bin ich eine Weile auf Twitter gefolgt, aber da kamen mir zu viele Updates. Ich gucke mir das jetzt mal bei FB an. (FB als Ersatz für RSS, auch das eine ganz interessante Entwicklung.)

    Ich glaube dir sofort, dass die Entwicklung bei euch drüben weiter vorangeschritten ist – und ernster genommen wird als hier. Gut so! Deutschland ist allgemein als Entwicklungsland bekannt, wenn es um das Netz und Social Media im Besonderen geht. Das ist sehr schade und ein Armutszeugnis.
    Dennoch entwickelt sich auch hier einiges. Ich glaube nicht, dass Unternehmen es sich in noch leisten können, kein FB Profil zu haben. Ich kreide es ihnen bereits negativ an, wenn ich kein FB Profil finde. Wer besucht schon noch regelmäßig statische Websites, ohne direkte Interaktionsmöglichkeit?
    Leider sagt ein vorhandenes Profil aber noch lange nichts darüber aus, ob das Unternehmen verstanden hat, worum es geht (siehe im Beitrag oben verlinkte Studie, die ist wirklich erstaunlich). Da gibt es noch sehr viel zu lernen, auf Seiten der Betreiber, aber auch auf Seiten der Nutzer. Vor allem da hängen wir hier hinterher.

    Dass sich insbesondere für NGOs und PR ganz neue und höchst interessante Chancen ergeben, stimmt! Ich verfolge das mittlerweile etwas genauer. Letzte Woche fand in Berlin ein Fundraising Camp statt: http://fundraising20camp.mixxt.de/. Ich konnte leider nicht hin, schade! Die Möglichkeiten sind enorm und ich finde das absolut spannend.

    Und es geht genau um das, was du am Ende erwähnst: Kapieren, was dran ist an Social Media – ganz individuell für jeden einzelnen – UND welche Gefahren damit verbunden sind. Beides ist gleich wichtig!
    Kategorisches Ablehnen ist genauso naiv wie unreflektiertes Hypen. Es ist wie im Straßenverkehr: Man muss wissen, was Sache ist, um die Vorteile, aber auch die Regeln und Gefahren. Nur dann kann man verantwortungsbewusst dran teilnehmen. Und da hapert’s noch gewaltig.

    @spinpoint
    Du schreibst von Grenzen: Zwischen Freunden und Bekannten, zwischen Privat- und Internetleben und zwischen Privatpersonen und Unternehmen. Diese Grenzen lösen sich aber mehr und mehr auf, dieses Schwarz-Weiß-Denken funktioniert nicht mehr so richtig. Für mich ist das Internet keine Parallelwelt. Ich treffe mich immer mehr mit Leuten, die ich vom Bloggen, Twittern oder Facebooken kenne, so wie ich mich auch mit anderen Leuten treffe. Etliche dieser Bekanntschaften reichen weit ins Privatleben hinein, man mag sich und trifft sich. Aber sie sind auch beruflich angehaucht, weil man in verwandten Branchen arbeitet, sich Tipps geben kann, fachlicher Austausch stattfindet. Da gibt’s keine klaren Grenzen mehr, wenn man sich nur mal wirklich öffnet und teilnimmt. Somit findet auch ein (natürlich ausgewählter) Teil meines Privatlebens online statt. Ich seh da kein Problem. Ich krieg so viel zurück dafür, das ist genau so wie im herkömmlichen Privatleben auch. Da erzähl ich auch bewusst längst nicht jedem alles.

    Deshalb sehe ich es auch anders, wenn du schreibst, der “Gefällt mir” Button sei nur für FB spannend. Natürlich stecken da unternehmerische Interessen hinter. Und natürlich muss man FB kritisch beobachten im Umgang mit Nutzerdaten und vielleicht wäre da viel mehr Aufschrei angebracht. Aber natürlich hab ich sehr wohl was davon, wenn ich auf “gefällt mir” klicke – ich kriege von da an mit, was von der entsprechenden Seite kommuniziert wird. Wer nichts preisgibt, bekommt auch nichts zurück. So funktioniert es auch außerhalb des Netzes.

    Das Lesen meiner FB Startseite gehört für mich genauso zum täglichen Informationsverhalten wie das Lesen von klassischen Nachrichten, meiner Twitter-Timeline oder von RSS-Feeds und anderen Aggregatoren.

    Wenn ich jetzt eine Facebook-Seite zu Stift und Blog starte? Ist die dann unternehmerisch oder privat? Ist dieses Blog privat oder beruflich? …

  6. Hi,
    Yes you can separate your friends on facebook into “friends lists”. Check Mari Smith – she has great tutorials how to organize these. (http://www.facebook.com/marismith/posts/168562413184130)

    What is the core goal of Facebook? Re-connect you with your friends? – No.
    You are absolutely right – Facebook is a business and it wants to make money. The only way for Facebook money is to sell information of its users to companies for advertising purposes. If facebook can i.e. approach NIKE and say we have x thousand or x millions facebook users in this age group who have listed “NIKE” as “like” or who have “liked” something from Nike can they sell this info so NIKE can place its advertisement better.
    I agree that many people are “collecting” friends and I think it will be interesting to see how our personal – face to face – relationships will be influenced in the future.
    I use facebook in particular to stay in touch with friends and to read about certain organizations etc. (Facebook aims to develop a platform that you log-in once and then do not have to leave anymore while you are surfing the internet – the personalized facebook e-mail is the next step to this platform.)
    You have heard about Web 3.0 (semantic/intelligent web)? The “like” button and all the share buttons (stumple upon, digg, delicious etc.) are the first step in this process. Those operating on the internet (including google who aims to archive the internet – there is a great docu on YouTube called “Inside google” or something like that) want to get your information so that they can ensure the internet will find the answer to your question. I often give this example in presentations: You want to go to a funny movie and eat in a Mexican restaurant before. You type this info into a search engine and the search engine will show you the movie and the restaurant you want to go to based on the internet behavior of you and your friends by checking i.e. movie reviews written or liked by you/your friends (same for restaurants).
    I find this development fascinating. You know the “check into places” function on facebook?
    Companies like Starbucks use these – if you i.e. check into a specific Starbucks with your i-phone will you receive a certificate for i.e. a new item that you can redeem at the counter for half the prize, if you go there within the next 10 minutes. Or some predict in the future that you are on your i-phone i.e. standing at a bus stop and the advertisement in that bus stop will be altered to your likes. Now is this fascinating or creepy?

    “Friends on facebook”:
    Have you heard about “de-friend” day on facebook. Jimmy Kimmel (comedian) organized this “event” sometime last year and stated that you should delete all those friends on your facebook account who do not show up for your move which you posted on facebook. My rule of thumb is no more than 115 – 120 friends. I go through my list regularly and delete friends with whom I have not spoken in person or ex-changed e-mails in a certain time window.
    I also stay away from playing any facebook games or use only a few applications – mainly because of the ability of these applications to get your personal information.
    As I mentioned before I am often astonished how little people pay attention to their privacy settings and then get “upset” when they realize what facebook uses them for.

    That´s it for today,
    More later :)
    Raphael

  7. Willkommen in Deuschland! Ich zitiere: “Dieses Video enthält Content von Sony Music Entertainment. Es ist in deinem Land nicht verfügbar.” …
    Kannte ich schon das Video, ja. Es gab mal einige ähnlich geartete vor einer Weile. Beeindruckend, auch wenn’s mal wieder Zahlen-Haufen sind. ;)

  8. @ska & @Raphael:
    Also ich gebe Dir bzgl. der abnehmenden Trennung von Privatsphäre und beruflichem Umfeld absolut Recht (bin ja selbst zur Zeit das beste Beispiel). Und natürlich ist das Internet auch Teil meines Privatlebens, vielleicht hab ich mich auch nur ein Stück weit falsch ausgedrückt. Gegen eine zunehmende Vernetzung von Internet und Realwelt (wobei das Internet schon mehr als fester Bestandteil der Realwelt ist) hab ich auch nichts, sondern sehe viele Vorteile darin. Ich finde einige Funktionalitäten von FB auch sehr sinnvoll, allerdings sehe ich auch einige Dinge sehr kritisch sinnvoll und nutze Sie auch, aber das, was mich persönlich daran stört, ist der Verlust über die Kontrolle der Informationen, die ich preisgebe. Die Verknüpfung von Informationen, die ich selbst nicht mehr beeinflussen kann, flößt mir Respekt ein. Es fängt ja schon beim täglichen Surfen an: Wenn ich irgendwann mal bei Google nach Schuhen gesucht habe, bekomme ich auf jeder Seite nun Zalando-Werbung angezeigt. Wenn ich während meines kompletten Surfens immer bei FB online bin, bekommen die eine perfektes Profil meiner Person und können Daten und Informationen sammeln, die ich so vielleicht gar nicht preisgeben möchte. Darüber die Kontrolle zu behalten, wäre einfach schön. Da ich mich persönlich nicht in der Lage sehe, dies zu leisten, kann ich einfach nur mein Nutzung von FB entsprechend anpassen und einen Teil der Funktionalität nutzen. Sobald zu viele Informationen in zu wenigen Händen sind, ist das meiner Meinung nach ein Potential für Monopolbildung und die hilft im Normalfall keinem. FB & Google sind gute Beispiele für zwei Monopolspieler, die man kritisch beobachten sollte (Apple, Microsoft gehören meiner Meinung nach ebenso dazu).

    Die Entwicklung des Web 3.0 ist ein spannende Sache und ist natürlich irgendwo eine traumhafte Vorstellung. Ich habe eine Frage und das Netz gibt mir die passende Antwort. Aber auch beängstigend, wie viel das Netz dann von mir wissen muss, um mir die passende Antwort zu geben. Daher bleibe ich dem kritisch gegenüber :-)

    Was ich ganz nebenbei aber aber noch spannend finde, ist die Nutzung von FB: Ist doch immer wieder spannend zu sehen, wie exhibitionistisch einige Leute sind. Das ist allerdings nicht mein Problem, sondern eher amüsant.

  9. Ne, nicht pessimistisch, sondern nur mit einem gewissen Vorbehalt. Ich will hier nichts pauschal verteufeln, aber potenziellen Informationsmonopolen gegenüber bin ich eher zurückhaltend. Vor allen Dingen, wenn ich nur bedingt überblicken kann, welche Informationen dort zusammenlaufen. Werde aber meine FB-Account nicht löschen und weiterhin Google als Suchmaschine nutzen ;-)

  10. Hi,
    I assume you are closely following via Social Media what is happening in Egypt – Social Media seems to play a key role in getting out the news from the streets in Egypt, Yemen and Tunis.

    Raphael

  11. Ja, ich gucke Al Jazeera Livestream (http://english.aljazeera.net/watch_now/), wobei nicht sicher ist, wie lange der noch läuft, denn auch beim Sender steht die Polizei vor der Türe und es sind Schüsse und Explosionen zu hören. Absolut beängstigend. Twitter ist wie immer eine wichtige Original-Quelle (dort kommen zB Tweets, die Medienberichte widerlegen, Syrien sei momentan offline). Wie wichtig das Internet ist bei solchen Themen, zeigt das Abschalten ganzer Staaten (s. Grafik: http://farm6.static.flickr.com/5291/5395027368_7d97b74c0b_b.jpg). Und ich sage wie immer: Das Internet ist im ur-demokratischen Sinne wichtig.

    n-TV und N24 berichten übrigens offenbar gar nicht drüber derzeit. Unglaublich.

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