Virtual Reality, Bots und Artificial Intelligence: Neugierde besiegt Skepsis

written by ska on November 11, 2016 in Medien with no comments

Virtual Reality, Bots und Artificial Intelligence: Da kommt was Großes auf uns zu. Oder besser: Es ist schon da, wenn auch größtenteils noch in den Kinderschuhen. Und wenn ich darüber nachdenke, schwanke ich ob der neuen Möglichkeiten unweigerlich zwischen Gänsehaut und Faszination. Da das alles etwas zu tun hat mit Sprache, Informationen, Kommunikation, ist eines klar: Wir Journalisten müssen uns damit beschäftigen. Und zwar nicht nur in der Form, dass wir darüber berichten. Denn es tun sich schon wieder ganz neue Welten auf, die – so hoch möchte ich schon greifen – alles verändern können. 

iSTock.com / Benoit Gaumet

Ceci n’est pas un robot. (Bild: iSTock.com / Benoit Gaumet)

So schnell und selbstverständlich wie sich Rasenmäher- und Staubsauger-Roboter in unseren Haushalten breitgemacht haben, so schnell und selbstverständlich dreht sich die Entwicklung weiter. Längst ist in den Massenmedien davon zu lesen, dass Roboter schon in absehbarer Zeit vielen Menschen die Arbeit abnehmen werden. Und es gibt erste Vermutungen, was wir dann anfangen mit all der freien Zeit. Optimisten sehen eine Zeit auf uns zukommen, in der wir uns wieder kreativer betätigen und mehr umeinander kümmern, uns dem Umweltschutz und anderen guten Zwecken widmen. Pessimisten haben verschiedene katastrophale Szenarien vor Augen. Fakt ist: Längst werden zum Beispiel Börsen- und Sportnachrichten zu einem schon heute erstaunlichen Teil von Bots getextet. Und – das habe ich auf dem Barcamp Koblenz dank der Session von Martina Koch von der Rhein-Zeitung gelernt – der Unterschied zu von Journalisten geschriebenen Texten dieser Art ist nicht bemerkbar.

Spätestens, seit ich bei „Whait but why“ den unfassbar langen, aber auch unglaublich spannenden und viel diskutierten Artikel über „The AI Revolution: The Road to Superintelligence“ gelesen habe, ist mir klar: Wir stehen vor einer weiteren technischen Revolution, die all unsere Lebensbereiche beeinflussen und verändern wird. Und damit auch die Art und Weise, wie wir kommunizieren, uns informieren. Als Journalist muss man da hellhörig werden, wenn man sich nicht davon überholen lassen möchte. 

Es hängt vom Menschen ab, was aus der Technik wird

Wie so ziemlich alle technischen Neuerungen werden vermutlich auch hier wieder all die Skeptiker laut werden, die alles Technische zunächst einmal grundsätzlich verdammen. Natürlich: In dieser Revolution stecken unendlich viele Risiken und Herausforderungen, die thematisiert und in der Breite diskutiert werden müssen. Wie immer ist es aber so, dass nicht die Technik per se schlecht ist. Es hängt noch immer vom Menschen ab, was daraus wird. Deshalb überwiegt bei mir persönlich bei aller Skepsis und Gänsehaut die Neugierde: Was bedeutet das für meine Branche? Was bedeutet das für die Art und Weise, wie Menschen Informationen und Nachrichten konsumieren – und wie Journalisten sie herstellen werden? Was bedeutet es für andere Lebensbereiche? 

Neben einer großen Menge von Fragen entstehen bei mir im Kopf Ideen, was man alles umsetzen könnte mit Bots, Virtual Reality, Artificial Intelligence. Kürzlich habe ich zum ersten Mal einen kleinen Chat-Bot gebastelt. Nichts, was ich vorzeigen könnte. Aber ich hatte dabei einen ganzen Haufen kindlicher Freude in den Backen und es war technisch einfacher, als ich erwartet hatte. Ich verstehe langsam, welche Chancen diese Entwicklung neben all den Risiken für uns Journalisten bereithält. Hallo, Forschergeist! :)

Noch ist das Bild verschwommen

Das letzte Mal hatte ich dieses enthusiastische Gefühl, als noch während meines Journalistik-Studiums plötzlich alle Medienwelt von Social Media und dem Web 2.0 sprach. Auch da taten sich neue Kommunikationswelten auf, die ich zwar zunächst nicht verstand, aber mir war sofort und ohne Zweifel klar: Das hat was mit meinem Beruf zu tun. Da muss ich zuhören. Später kam für mich eine Welle voller Tools, in die ich mich stürzte. Von denen ich viele bis heute ganz selbstverständlich nutze – privat und beruflich. Inzwischen sind Social Media und Tools fester Bestandteil unseres Alltags und auch wenn sich in beiden Bereichen noch immer viel Spannendes tut, es viele Herausforderungen auch für professionelle Kommunikatoren gibt, habe ich erst jetzt mit AI, Bots und Virtual Reality wieder dieses aufgeregte Gefühl, eine große neue Technik-Welt entdecken zu dürfen. 

Noch stolpere ich wie ein Kleinkind herum, mit mehr Neugierde als Wissen im Kopf. Mit mehr Fragen als Antworten, aber auch Ideen. Ich suche nach Beispielen, wie diese Techniken von internationalen Medien genutzt werden. Es ist noch ein verschwommenes Bild, das ich sehe. Ich werde mir mehr Klarheit verschaffen, und dabei werden sich auch die Ideen konkretisieren. Ich freue mich drauf!