Grenzgänger 2.0

Im Folgenden einige Antworten auf Fragen zu meiner Diplomarbeit „Grenzgänger 2.0 – Warum Journalisten Weblogs nicht länger ignorieren sollten“ (2009). 

Worum geht es in „Grenzgänger 2.0“?

Die Arbeit beinhaltet eine auf dem vorangegangenen Theorieteil basierende Blogger-Befragung, die ich via E-Mail durchgeführt habe. Das Ergebnis waren 66 ausführliche (qualitative) Interviews, die Aufschluss über die Chancen von Weblogs für Journalisten geben – bezogen auf die unterschiedlichen journalistischen Nutzungsarten von Blogs. Warum Journalisten Weblogs nicht länger ignorieren sollten? „Grenzgänger 2.0“ beantwortet diese Frage.

Warum ist das Thema noch immer interessant?

Die Beziehung von Weblogs und Journalismus wurde schon vor Jahren intensiv im Internet diskutiert. Meist wurde danach gefragt, ob Blogger Journalisten seien und ob Blogs journalistischen Qualitätskriterien entsprechen. Diese Diskussion war kontraproduktiv und sehr häuftig von persönlichen, wenig belegbaren Einschätzungen geprägt. Eine vom inhaltlichen Umfang her mit „Grenzgänger 2.0“ vergleichbare, wissenschaftliche Untersuchung bezüglich der Chancen von Weblogs für Journalisten blieb meines Wissens nach aus. In aktuellen Diskussionen bezüglich Medien und dem Social Web scheinen Weblogs in letzter Zeit hinter Facebook und Twitter zurückgedrängt worden zu sein. „Grenzgänger 2.0“ stellt die Vorteile von Blogs für Journalisten detailliert und fundiert dar. Die Ergebnisse lassen sich größtenteils auch auf andere Plattformen wie Twitter und Facebook übertragen. Daher ist das Thema nach wie vor interessant. Eine ausführliche Antwort zur Frage hatte ich hier verfasst.

Kann ich „Grenzgänger 2.0“ einsehen?

„Grenzgänger 2.0“ kann unter einer CC-Lizenz (CC-BY-NO) als Voll- und Kurzversion heruntergeladen werden.

Wer wurde für „Grenzgänger 2.0“ befragt?

Aufbauend auf eine im Theorieteil der Arbeit vorgestellte, für Journalisten relevante Weblog-Typologie wurden vier Gruppen von Bloggern befragt: Citizen Blogger (weitestgehend als „Experten“ verschiedenster Fachgebiete zu beschreiben, keine Journalisten), Audience Blogger (die unter der Dachmarke einer Zeitung bloggen), Journalist Blogger (meist freie Journalisten, die unabhängig von Redaktionen Weblogs betreiben) und Media Blogger (Journalisten und Redakteure, die unter der Dachmarke einer Zeitung bloggen). Eine Liste der an der Befragung teilnehmenden Blogs und Blogger befindet sich am Ende der in der Sidebar herunterladbaren PDF-Versionen der Diplomarbeit. Hier habe ich die Weblog-Typologie und meine Vorgehensweise bei der Stichprobenziehung genauer beschrieben. Ein soziodemografischer Überblick über meine Stichprobe ist hier zu finden.

Sind die Ergebnisse repräsentativ?

Nein. Die Blogger-Befragung ist nicht repräsentativ, hatte dies jedoch auch nicht zum Ziel. Zum einen sollten Meinungs-Tendenzen untersucht werden, die zum Beispiel als Ansatzpunkt für weitere Forschung dienen können, und zum anderen fand die Stichprobenauswahl teilweise nach eigenem Ermessen statt. Da die Anzahl der Befragten mit 66 für eine qualitative Untersuchung allerdings relativ hoch lag, würden sich die analysierten Meinungsbilder bei einer ähnlichen Untersuchung vermutlich nicht allzu stark unterscheiden. Trotzdem sind die geäußerten Meinungen individuell und können bei anderen Befragten theoretisch abweichen.

Für wen sind die Ergebnisse interessant?

Für Blogger, für die das Social Web wohl bekanntes Terrain ist, stellen die Ergebnisse nichts überraschend Neues dar. Dennoch: Sie bieten einen längst überfälligen, detaillierten und fundierten Überblick über das Thema. Außerdem weisen Studien darauf hin, dass trotz steigender Tendenz noch immer nur wenige Journalisten Weblogs regelmäßig für ihre Arbeit nutzen. Es scheint, als hänge dies vor allem von der Altersfrage ab (Journalisten mit vielen Jahren Berufserfahrung stehen Weblogs und Bloggern diesen Studien zufolge wesentlich abgeneigter gegenüber als junge Journalisten) und in der bei Journalisten überraschend wenig ausgeprägten Technik- und Online-Affinität. Ich meine: Fehlendes Know-How über eine Thema bedeutet noch lange nicht, dass dieses Thema irrelevant ist. Daher sind die Ergebnisse vor allem für solche Journalisten interessant, die sich fragen, was Weblogs und allgemein das Social Web mit ihrem Beruf zu tun hat.

Warum die Beschränkung auf Weblogs? Was ist mit anderen sozialen Netzwerken?

Viele der Ergebnisse aus „Grenzgänger 2.0“ lassen sich auch auf andere soziale Plattformen wie Facebook und Twitter übertragen. Da für eine Diplomarbeit nur begrenzt Raum, Arbeitskapazität und Zeit zur Verfügung stehen, habe ich mich auf die Plattform beschränkt, die die Thematik am besten und ausführlichsten deutlich macht: Weblogs. Hier im Blog geht es aber durchaus um Social Media im Allgemeinen.

Welche Zeitungen haben Weblogs in ihre Online-Auftritte eingebunden?

Ich habe eine umfassende und kommentierte Liste von Zeitungen mit Weblogs zusammengestellt. Der Liste ist auch zu entnehmen, welche der Zeitungen Twitter nutzen und wie sie das tun. Allerdings ist die Liste inzwischen mehrere Jahre alt und sicher nicht mehr ganz aktuell. Hinweise und Ergänzungen sind sehr willkommen.